Unsere Bürgerinnen und Bürger sollen in einer Stadt leben, die Teilhabe und Chancen gerecht auf alle verteilt. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Gefühl der Kitt ist, der die Gesellschaft zusammenhält. Viele Menschen erfahren den Sozialstaat als zu bürokratisch und unübersichtlich, da die Leistungen oft intransparent und kompliziert zu beantragen sind. Wir wollen Verwaltungsstellen und Beratungsangebote ortsnah, digital und niedrigschwellig zur Verfügung stellen. Ein wichtiges Element einer sozialen Politik ist auch der ungehinderte Zugang zu allen Bildungseinrichtungen in einem Land, öffnet er doch die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs.  

Für Toleranz und Vielfalt

„Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. (Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland.)

Das Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. 

Hier steht die Unantastbarkeit der Menschenwürde an oberster Stelle. 

Rodgau ist eine bunte und weltoffene Stadt, in der jeder Mensch einen gleichberechtigten Platz hat. Gerade in der heutigen Zeit, in der eine Zunahme rechtsextremer Gewalt, die Verbreitung von Rechtsextremismus und Hass gegenüber Menschen, die als „fremd“ oder „anders“ wahrgenommen werden, gilt es ein Zeichen für Toleranz und gegen Ausgrenzung in unserer Gesellschaft zu setzen. 

Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer religiösen und politischen Anschauung, ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung sowie ihrer körperlichen und geistigen Behinderung darf in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben. Solchen Tendenzen gilt es entschieden entgegen zu treten. 

Ziel des politischen Handelns der SPD ist ein solidarisches Zusammenleben in Frieden und Wohlstand. Die Grundlage zur Integration in Vielfalt bildet für die SPD die Solidarität. Sie ist die Basis für Zusammenhalt und kooperative Zusammenarbeit. Wir wollen mit Hilfe von sozialer Gerechtigkeit die Voraussetzungen für mehr Fairness und damit für mehr Solidarität in der Gesellschaft schaffen.         

Daher hat die SPD Rodgau die „Rodgauer Vielfaltserklärung“ bewusst unterzeichnet, um hiermit ein Zeichen zu setzen, für Begriffe wie „weltoffen, tolerant, respektvoll, wertschätzend, freundlich, empathisch usw.“, die unser Zusammenleben in Rodgau beschreiben sollen. 

Eine demokratische Gesellschaft zeichnet sich gerade dadurch aus, wie sie mit der Vielfalt ihrer Menschen umgeht, wie Unterschiede akzeptiert und die Vielfalt der Menschen gelebt wird. Gerade eine „bunte“, „weltoffene“ Gesellschaft setzt Inspiration und Vielfältigkeit frei und schließt niemanden von der städtischen Gemeinschaft aus. Wir wollen ein Zugehörigkeitsgefühl und gleichberechtige Teilhabe aller Menschen an den städtischen Angeboten und Aktivitäten. Diese Freiheit hört aber dort auf, wo Personen, Gruppen, Institutionen und Strukturen mit ihrem Handeln gegen unsere freiheitliche Grundordnung verstoßen und zu Hass, Gewalt und Ausgrenzung aufrufen.    

Bildung für alle

Die permanente und immer schneller werdende Veränderung unserer Gesellschaft macht umfassende und lebenslange Bildung für jeden immer wichtiger. Gleicher und gerechter Zugang zu Bildung, unabhängig vom Geldbeutel, ist für Sozialdemokraten der Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft.

Die Stadt Rodgau muss sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einsetzen, dass keine Kinder benachteiligt, beziehungsweise bestehende Benachteiligungen, ausgeglichen werden.

Frühkindliche Bildung

Bildung beginnt für uns mit der frühkindlichen Bildung, sie legt den Grundstein für den weiteren Bildungserfolg unserer Kinder. Ziel aller frühkindlichen Pädagogik ist die optimale individuelle Förderung aller Kinder von Anfang an. Im Mittelpunkt steht dabei das einzelne Kind mit seinem Bedürfnis nach Bildung und Geborgenheit, seiner Freude am Spielen und am Lernen, seinem Wunsch nach Gemeinsamkeit und Freundschaft. Kinderbetreuungseinrichtungen sind Orte kindlichen Lebens, nicht ausschließlich Orte, an denen auf „das Leben“ vorbereitet wird. 

Wir sind stolz, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, die Versorgung mit Krippenplätzen stark zu verbessern, hier gilt es an diese Leistung anzuknüpfen.

Ausbau der Kitas

Rodgau wächst seit Jahren kontinuierlich. Das macht einen ständigen Kitaausbau notwendig. Dies stellt an die Stadt erhebliche finanzielle Anforderungen. Schon jetzt ist der größte Teil der städtischen Mitarbeiter im Kitabereich tätig. 

Hier ist eine höhere Zuwendung durch das Land unabdingbar, soll die kommunale Familie nicht überfordert werden. Es genügt nicht, wenn sich der Bund und das Land Hessen an den Baukosten beteiligen, es muss auch zu einer stärkeren Beteiligung bei den wesentlich höheren Betriebskosten kommen.  

Um dem Bildungsanspruch der Kinder gerecht zu werden und die Familien weiter zu entlasten, werden wir auch weiterhin im Kita-Bereich die Gebührenfreiheit für Drei- bis Sechsjährige beibehalten. 

Ausbau der Schulkindbetreuung

Bei der schulischen Ganztagsbetreuung gibt es auch zukünftig noch viel zu tun. Hier ist Rodgau allerdings abhängig von den Entscheidungen auf Landesebene. Das Angebot „Pakt für den Nachmittag“ ist jedenfalls keine Alternative zur verbindlichen Ganztagsschule für alle.

Beim „Pakt für den Nachmittag“ gibt es am Nachmittag keinen ganztägigen Unterricht, sondern es werden nur Betreuungsangebote unterbreitet, die von den Eltern anteilig mitzufinanzieren sind. Diese Form des Angebotes kommt in keiner Weise allen Kindern zugute. Zudem ist dieses Angebot nur durch die ehrenamtliche Arbeit der Fördervereine und gGmbHs, die hier die Organisation übernehmen, in unseren Schulen möglich. Sie tragen auch die Verantwortung für das bei ihnen angestellte Personal. Für ihre Arbeit gebührt allen Helferinnen und Helfern Dank und Anerkennung und auch weiterhin die notwendige finanzielle Unterstützung. 

Daher fordern wir für die Zukunft den Ausbau von Ganztagsschulangeboten an allen Schulen unserer Stadt und unterstützen vor allem Grundschulen in ihrem Bemühen, sich zu gebundenen Ganztagsschulen zu entwickeln.

Schulsozialarbeit

Veränderungen in der Gesellschaft wirken sich auf den Schulalltag aus. Tradierte Familienstrukturen brechen auf und bieten den Schülerinnen und Schülern immer weniger Orientierung. Das führt nicht nur im Unterricht zu Problemen, sondern in allen Bereichen des Schulalltags. Schulmüdigkeit, Mobbing, oder Gewalt sind die Stichworte. 

Zusätzlich werden immer mehr Probleme aus anderen Lebensbereichen in den Schulalltag getragen. Dem müssen sich die Schulen stellen. Aber auch die Erwartungshaltung der Gesellschaft, der Familien, der Freunde und der Verwandtschaft an die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler führt häufig zu deren Überforderung und damit verbundener Schulangst. 

Dem muss mit intensiver Schulsozialarbeit begegnet werden. Schulsozialarbeit kümmert sich um die Problemlagen der Schülerinnen und Schüler. Durch intensive Gespräche mit allen Beteiligten werden für die persönlichen Schwierigkeiten Lösungsansätze erarbeitet. Schulsozialarbeit ist nicht nur ein Angebot für besonders gefährdete soziale Gruppen, sondern für alle Schülerinnen und Schüler. Deshalb ist die Schulsozialarbeit für die SPD Rodgau eine wichtige Säule im schulischen Angebot und ein wesentlicher Bestandteil des Schulprogramms einer jeden Schule. Wir werden daher die Schulsozialarbeit an unseren Schulen weiter ausbauen.

Kinder- und Jugendpolitik

Ein wesentliches Element der Jugendarbeit vor Ort ist unser Jugendhaus in Dudenhofen.

Hier wird von Sozialarbeitern eine vielfältige Angebotspalette für unterschiedliche Altersgruppen unterbreitet. Auch Angebote für Mädchen finden hier große Zustimmung. 

Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz stellen für viele Schulabgänger immer ein besonderes Problem dar. Zur Unterstützung bietet das Jugendhaus ein entsprechendes Bewerbungstraining an. 

Diese Angebote auch zukünftig beizubehalten und auszubauen, ist eine wichtige Aufgabe zukünftiger Jugendarbeit in Rodgau. 

Kinder- und Jugendparlament fördern

Wir wollen Kinder und Jugendliche so früh es geht mit einbinden und an der Entwicklung „Ihrer“ Stadt teilhaben lassen. Mit dem Jugendparlament haben wir eine echte Beteiligung für Kinder und Jugendliche geschaffen. Diese Beteiligung an Themen, die sie besonders betreffen, gilt es noch weiter auszubauen. Aber auch Workshops und Zukunftswerkstätten sind wesentliche Elemente für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung ihres Umfeldes.

Medizinische Versorgung

Wir wollen, dass die medizinische Versorgung in unserer Stadt gerade auch im Hinblick auf den zu erwartenden Bevölkerungszuwachs jederzeit gewährleistet ist. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Verwaltung unserer Stadt in stetem Kontakt zur Ärzteschaft steht und zur Kassenärztlichen Vereinigung, um dies zu gewährleisten. 

Ziel ist der Bau medizinischer Versorgungszentren mit finanzieller Unterstützung der Stadt.     

Seniorenpolitik

Wir müssen uns um die Veränderungen im demografischen Aufbau unserer Stadtbevölkerung kümmern. Wir haben Rodgau attraktiv für junge Menschen und junge Familien gemacht. Wir wollen aber auch die ältere Generation nicht vernachlässigen. Das gebietet allein schon der Respekt vor der erbrachten Lebensleistung. Dazu gehört auch eine individuell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Infrastruktur. Wir wollen deshalb barrierefreies und altersgerechtes Wohnen in einem sicheren Umfeld für alle ermöglichen. 

Daher sind moderne Wohn- und Betreuungsmodelle, die Selbstständigkeit im Alter fördern und erhalten, für uns wichtig. Unsere mobile Sozialstation ist eine wesentliche Säule in diesem Versorgungsnetz, um sicherzustellen, dass ältere Menschen, die zu Hause leben möchten, eine alters- und bedarfsgerechte Grundversorgung erhalten.  

Wir müssen uns der Altersstruktur unserer Stadt stellen, Lösungen erarbeiten und ein kommunales Handlungskonzept entwickeln. Das verlangt eine geänderte Ausrichtung kommunaler Politik. Dabei müssen wir stärker die Kreativität der betroffenen Seniorinnen und Senioren einbeziehen. Dazu gehört auch das Entwickeln von neuen Wohnformen für unsere Seniorinnen und Senioren. Beispielhaft sei hier das Modell des Mehrgenerationenhauses genannt. 

Mehrgenerationenhäuser sind zentrale Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie ermöglichen gemeinsame Aktivitäten und schaffen so ein neues nachbarschaftliches Miteinander. Der generationenübergreifende Ansatz bietet die Möglichkeit, das Ziel „Jüngere helfen Älteren, Ältere helfen Jüngeren“ zu verwirklichen. Das Zusammenwirken der Generationen bewahrt Alltagskompetenz sowie Erfahrung und verbindet dies mit dem Wissen der jüngeren Generation. 

Quartiersmanagement

Die soziale Stadt ist das Leitprogramm einer modernen Stadtentwicklung. Dabei ist Quartiersmanagement bei der Planung, Entwicklung und Steuerung in den Stadtteilen unterstützend tätig. Quartiersmanagement hat die Aufgabe projektorientiert und ressortübergreifend die Lebenssituation in den verschiedenen Stadtteilen zu verbessern. Zentrale Anliegen sind die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der sozialen Einrichtungen in einem Stadtteil. Die Mitarbeiter des Quartiersmanagements sind die zentralen Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger in einem Quartier, sie helfen bei Problemlösungen und fördern den Zusammenhalt der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen in einem Quartier. Für eine solche Form des sozialen Miteinanders werden wir uns einsetzen.  

Förderung Migration/Ausländerbeirat

Das Rhein-Main-Gebiet ist Zuwanderungsregion und wird es auf längere Sicht bleiben. Unter den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die den Weg nach Rodgau finden, sind Menschen aus aller Welt, neben Zuwanderern aus der EU und anderen Staaten, auch weiterhin Flüchtlinge aus Krisengebieten. Rodgau steht in der Pflicht, allen Neubürgern und Neubürgerinnen eine echte Chance zur Integration zu bieten.

Wir setzen voraus, dass die Neuankömmlinge mit dem festen Willen zur Integration in das Leben in unserer Stadt hineingehen. Integration ist keine Einbahnstraße. Damit dieses aufeinander Zugehen und Eingehen besser funktioniert, muss ein Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Migranten organisiert werden. Er dient der Verständigung über Grundlagen und Regeln des Zusammenlebens und den Interessenausgleich zwischen der „alteingesessenen“ Bevölkerung und den „Neuen“.

Die SPD bekennt sich zur Arbeit des Ausländerbeirats und wird alles unterstützen, was zur Beibehaltung und Funktionsfähigkeit dieses Gremiums notwendig ist.